Macht Berlin die Liebe kaputt?

Immer mehr Paare, die für die Beziehung in die Hauptstadt gekommen sind, trennen sich Berlin - Es war Liebe auf den ersten Blick, als der Ire Jim (38) Julia (42) kennenlernte. Bald
beschlossen die beiden, daß er zu ihr nach Berlin ziehen soll. Doch endlich vereint, kam bald die Trennung.  "Wegen dir bin ich nach Berlin gezogen. Und jetzt steh ich mit nichts da", wirft Jim seiner Ex verbittert vor. Kein Einzelfall, wie Paartherapeut Florian Klampfer (38) berichtet.

Der Psychologe hat immer mehr solcher Fälle in seiner Praxis. "Rund 20 Prozent der Ratsuchenden haben Probleme mit ihrem nach Berlin gezogenen Partner", so Klampfer. "Das hat deutlich zugenommen." So entstanden viele Beziehungen zwischen Bonn-Pendlern und Berlinern. Auf solchen Beziehungen lastet ein enormer Druck. Klampfer: "Der eine hat alles aufgegeben für den anderen, der sich dessen voll bewußt ist. Die Beziehung muß also um jeden Preis gut werden", so Klampfer. "Die hohen Erwartungen scheitern dann häufig an der Realität." Nach der Trennung steht der Nicht-Berliner mit leeren Händen da. Klampfer: "Er hat keinen eigenen Freundeskreis, kennt nur die Kumpel des Ex-Partners, die sich nun von ihm distanzieren. Meist fehlt auch ein Job."

Oft ist die Stadt selbst der Liebeskiller. "Ich hatte einen Bonner in der Praxis, der Berlin einfach nicht ertragen konnte - den Dreck, die Unfreundlichkeit. Die Beziehung ging daran kaputt." Klampfer rät: "Nur zusammenziehen, wenn man es nicht nur dem Partner zuliebe tut, sondern selbst will. Und vorher unbedingt einen Job in Berlin suchen - als Absicherung!" Letzte Änderung: Donnerstag, 9. März. 2006, 10:49 Uhr

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